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Flohplage rechtfertigt eine fristlose Kündigung!

20.Juni.2012 - 12:45 Uhr
Ihre Rechtsanwälte und Anwälte in der Metropolregion Nürnberg, Fürth und Erlangen informieren Sie beim Mietrecht über die fristlose Kündigung der Wohnung durch den Mieter.


Flohplage berechtigt Mieter zur fristlosen Kündigung der Wohnung


Der § 537 im BGB erleutert einen Sachmangel im Mietrecht. Das Amtsgericht Bremen hat nun festgestellt, dass eine Flohplage einen solchen Sachmangel im Sinne des § 537 BGB entspricht.


Lassen sich Flöhe in der Mietwohnung trotz wiederholter Bekämpfung durch einen Kammerjäger nicht beseitigen und liegt auch sonst kein Eigenverschulden durch den Mieter vor, berechtigt dass den Mieter das Mietverhältnis umgehend zu beenden. 


Außerdem muss der Vermieter der Mieterin sämtliche Kosten erstatten!


Das Amtsgericht Bremen hat zudem den Anspruch auf Schadenseresatz ausreichend erleutert und festgelegt:

  1. Der Mieter ist schadensersatzberechtigt für alle Kosten, die der Mieterin, bzw. dem Mieter bis dahin entstanden sind. Dazu zählen:
    • Gegebenenfalls entstandene Renovierungskosten der mangelhaften Wohnung.
    • Maklergebühren für die Suche einer neuen Wohnung.
    • Umzugskosten in die neue Wohnung.

Im vorliegenden Streitfall, stellte die Mieterin nach der Renovierung ihrer frisch bezogenen Wohnung fest, dass sie von Flöhen gebissen wurde.

Die Mieterin verständigte sich daraufhin mit dem Vermieter, die Beseitigung des Ungeziefers durch einen Kammerjäger erledigen zu lassen. Mehrere Schädlingsbekämpfungsversuche scheiterten.

Daraufhin kündigte die Mieterin das Mietverhältnis fristlos und verlangte eine Rückzahlung ihrer Einlagen und die Übernahme aller Kosten für den Umzug in eine andere Mietwohnung.


Das Amtsgericht Bremen steltte fest, dass bei Abschluß des Mietvertrages durch die Flohplage ein Sachmangel im Sinne des § 537 BGB bestand und bestätigte deshalb die Klage der Mieterin als rechtmäßig. 

Die Flohplage rechtfertigt die fristlose Kündigung!


Die Flohplage stelle eben einen wichtigen Kündigungsgrund dar, der zur fristlosen Kündigung berechtigt. Auch wenn der Flohbefall nicht vom Vermieter verschuldet ist, kann der Klägerin ein Festhalten am Vertrag nicht zugemutet werden.


Der Klägerin stehe nach § 538 Abs. 1 BGB auch umfassender Schadensersatz zu.


Entsprechend des entschiedenen Schadensersatzanspruches seien der Mieterin alle Nachteile zu ersetzen, die aus dem Flohbefall der Wohnung resultierten. Dazu zählen:

  • Die gesamten Materialkosten zur Renovierung.
  • Die aufgewendeten Arbeitsstunden der Renovierung.
  • Die Kosten für den Kammerjäger.
  • Der gezahlte Mietzins.
  • Maklergebühren, die durch die Suche nach einer neuen Wohnung entstanden sind.

Beschluss am Amtsgericht (AG) Bremen vom 14.01.1998

Aktenzeichen: 25 C 180/97



Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengestellt und dienen der allgemeinen Information. Diese Informationen können eine individuelle Beratung nicht ersetzen! Sie stellen keine rechtliche Beratung dar. Eine Haftung aufgrund der hier gegebenen allgemeinen Hinweise ist ausgeschlossen. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit schriftlicher Genehmigung der Rechtsanwälte der Kanzlei barfrieder-fehn in der Metropolregion Nürnberg, Fürth und Erlangen.



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